Besuch der BAO des Berufskollegs Königstraße in der Gedenkstätte Dachau

Die Bankenklasse Oberstufe des Berufskollegs Königstraße mit Bildungsgangleiterin Susanne Thielmann (links) und stellvertretendem Schulleiter Jörg Plackmann (2. von links).

Wir, die Oberstufe der Bankenklasse des Berufskollegs Königsstraße, haben unsere Abschlussfahrt vom 29. November 2021 bis 03. Dezember 2021 nach München gemacht. Wir hatten uns schon im Vorhinein dazu entschieden, am 30.11.2021 die Gedenkstätte in Dachau zu besuchen. Vorher waren wir schon sehr zwiegespalten, was die Gefühle betraf. Zum einen waren wir interessiert, vor allem, da es für einige von uns das erste Mal war, solch eine Gedenkstätte zu besuchen, zum anderen waren wir betroffen, weil wir nicht wussten, welche Eindrücke genau wir bekommen würden. Nachdem wir vor der Gedenkstätte einen kurzen Vortrag von einer unserer Mitschülerinnen als Einführung gehört hatten, teilten wir uns in kleinere Gruppen auf.

Auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers in Dachau erinnert eine Ausstellung an das Leiden und Sterben der Häftlinge sowie an die Verbrechen der NS-Zeit. Das Schicksal der Verfolgten wird von ihrer Einlieferung, dem Leben, Leiden und Sterben im Lager bis zur Befreiung dokumentiert.

1933 wurde das Lager in Dachau als erstes Konzentrationslager in Deutschland in Auftrag gegeben. Über 200.000 Häftlinge aus 34 Ländern wurden in den Jahren zwischen 1933 und 1945 dort gefangen gehalten. Mindestens 21.500 Menschen verloren ihr Leben. 1965 wurde die Gedenkstätte errichtet.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Besuch in der Gedenkstätte Dachau für uns sehr ernüchternd war. Das graue und eiskalte Winterwetter ließ uns einen kleinen Eindruck spüren, wie sich die Gefangenen, die vor nicht einmal hundert Jahren den Weg in das KZ-Dachau zurücklegen und dort leben mussten, wohl gefühlt haben. 

Der Weg führte auch uns durch das alte Eingangstor der Anlage und weiter in das Gebäude, in dem die Gefangenen Stück für Stück ihre Persönlichkeit abgeben mussten. Dabei mussten Sie alle persönlichen Gegenstände abgeben und wurden in Zahlen und Gruppen eingeteilt. Gerade das hat uns sehr schockiert und nachdenklich gemacht. Unsere Klassenlehrerin Susanne Thielmann sagt: „Das Maß an Unmenschlichkeit ist einfach unglaublich.“ Insbesondere die originalen Ausstellungsstücke machten uns die Vorstellung der damaligen Umstände noch realistischer. „Vorher haben wir immer nur über diese Zeit gelesen, oder haben das Thema in der Schule behandelt, aber die echten Gegenstände in den Ausstellungsvitrinen zu sehen, beseitigt die Distanz und macht einem bewusst, wie grausam es wirklich war.“, beobachtet Raphael Reiß. Die unmenschlichen Verhältnisse unter den die Gefangenen leben mussten ließen wenig Platz für Hoffnung. Am härtesten hat uns das Krematorium und der Raum mit den Gedenktafeln getroffen; es war ein unbeschreiblich trauriges Gefühl, an der Stelle zu stehen an dem so vielen Menschen ihr Leben genommen wurde. Alina Petrich: „Als ich da stand, ist es mir eiskalt den Rücken hinunter gelaufen und ich musste sofort wieder raus.“ Den Weg zurück zum Eingang der Gedenkstätte haben die meisten von uns sehr still verbracht, aber alle waren sich in dem Punkt einig, dass sich diese Vergangenheit nicht wiederholen darf. Timm Grziwotz resümiert: „Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, dass es ein guter Tag war, denn schön war er nicht. Aber ich halte es für wichtig, dass wir die Menschen nicht vergessen, die hier waren.“

Die katholische Todesangst-Christi-Kapelle wurde am Nordende des ehemaligen Lagergeländes errichtet.

Die Bankenklasse Oberstufe des Berufskollegs Königstraße

Der Besuch der Klasse in Dachau konnte mit Mitteln der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen unterstützt werden.

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