Am Sonntag, den 25. Oktober 2026, unternahm eine fünfköpfige Gruppe der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen eine Exkursion nach Düsseldorf. Begleitet wurde die Gruppe von Aaron Malinsky, dem Kantor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, der übrigens seinerzeit auch die Einweihung der neuen Gelsenkirchener Synagoge musikalisch mitgestaltet hatte.
Den Auftakt bildete der Besuch der Düsseldorfer Synagoge am Paul-Spiegel-Platz. In dem aus den 1950er-Jahren stammenden Bauwerk erläuterte Malinsky die Raumgestaltung mit dem Toraschrein (Aron ha-Kodesch) und der vorne platzierten Bima, zeigte die Mikwe und präsentierte wertvolle Torarollen sowie Gebetsutensilien wie Tallit, Tefillin und Mesusa. Anschaulich erklärte er den jüdischen Festkalender, die Bedeutung des Schabbats sowie die Regeln der Kaschrut im Alltag. Zudem beleuchtete er die Gemeindegeschichte: von der 1938 zerstörten Hauptsynagoge an der Kasernenstraße, an der einst Rabbiner Leo Baeck wirkte, über das starke Gemeindewachstum durch Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion ab den 1990er-Jahren bis hin zu aktuellen Sicherheitsherausforderungen nach dem 7. Oktober.
Anschließend führte Malinsky die Gruppe zum Erinnerungsort Alter Schlachthof auf dem Campus der heutigen Hochschule Düsseldorf. Vor dem Krieg waren rund 20 Prozent der jüdischen Familien Düsseldorfs im Viehhandel und Fleischereiwesen tätig; aufgrund guter Geschäftsbeziehungen zog sich die „Arisierung“ hier noch bis 1937 hin. Im Zweiten Weltkrieg diente der Schlachthof wegen der nahen Bahngleise als zentraler Sammelplatz für sieben große Deportationen, unter anderem nach Riga. Während das Umfeld durch alliierte Bombenangriffe zerstört wurde, blieb das Schlachthofgebäude verschont und beherbergt heute neben der Hochschulbibliothek auch die Gedenkstätte. Anhand von Fotos, Dokumenten brutaler Betriebsübernahmen und akribischen Listen geraubten Eigentums erinnerte Malinsky an das Schicksal der Deportierten sowie an Düsseldorfer Familien wie die Familie de Vries.
Den Abschluss der eindrucksvollen Exkursion bildete ein gemeinsames Essen im israelischen Restaurant „Die Kurve“.









