Führungen über die Jüdischen Friedhöfe

Am 21.08.2012 hat die GCJZ eine Führung über den Alten Jüdischen Friedhof an der Wanner Straße angeboten, am 06.09.2012 dann eine über den neuen Friedhof. Dieser grenzt an den Südfriedhof in Ückendorf an und hat seinen Zugang am Dördelmannshof. Acht (Alter Friedhof) bzw. 13 Interessierte hatten sich bei jeweils schönem Wetter eingefunden, um von der Referentin bei beiden Führungen, Frau Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, etwas über jüdische Friedhofskultur zu erfahren.

Frau Neuwald-Tasbach gab Erläuterungen zur Trauer-und Totenkultur im Judentum und erklärte die Bedeutung der Symbole auf den Grabsteinen wie z.B. der häufiger vorkommenden „Segnenden Hände“ (Symbole eines Cohens, eines Nachkommens der Hohenpriester im Tempel). Viele Fragen wurden zu den jüdischen Namen und besonders zu den Gräbern gestellt, vor allem auch zu den Unterschieden zu christlichen Gräbern (kein Blumenschmuck, für die Ewigkeit angelegt, eher schlichte Grabsteine, um die Gleichheit im Tod zu betonen, Ablegen von Steinen auf dem Grabstein als Erinnerung an einen Besuch etc.), so dass die Zeit schnell verging. Frau Neuwald-Tasbach beantwortete alle Fragen geduldig und mit viel Sachkunde.

Auf dem Alten Friedhof - von 1874 bis in die 1920er Jahre der Friedhof der Jüdischen Gemeinde - waren auch Gräber von im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitgliedern zu sehen. Ein wenig überrascht waren die Teilnehmenden dann, als sie zu in den vergangenen Jahren neu angelegten Gräbern für aus der ehemaligen Sowjetunion zugewanderte Gemeindemitglieder kamen. Diese entsprechen teilweise nicht der jüdischen Tradition, was darauf zurückzuführen ist, dass sie ihren Glauben in der Sowjetunion nicht frei ausüben durften, sich auch bei den Begräbnissen den Traditionen der Mehrheit anpassten und diese mit nach Deutschland brachten. Auch das von der Gemeinde neu erworbene Grabfeld für die nichtjüdischen Partner in gemischten Ehen stellte Frau Neuwald-Tasbach vor.

 

 

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